Affiliate Management · Digital Bash 2025

Partnerprogramme analysieren
und Partner optimieren.

Was Sie regelmäßig in Ihrem Affiliate-Programm prüfen sollten: Sichtbarkeit, Programmbedingungen, Provisionsmodell, Werbemittel und Partnerstruktur – systematisch und mit konkreten Fragen.

Hintergrund

Warum sollte man sein Programm regelmäßig analysieren?

Ein Affiliate-Programm aufzusetzen ist der erste Schritt. Der entscheidende zweite Schritt ist die regelmäßige Analyse und Optimierung – denn der Markt ändert sich, Partner kommen und gehen, und Provisionsmodelle die vor zwei Jahren attraktiv waren können heute nicht mehr wettbewerbsfähig sein.

Der Affiliate-Markt ist groß und kompetitiv: Allein in den großen deutschen Netzwerken sind über 32.000 Partnerprogramme aktiv (Stand Februar 2025). Wer sich nicht regelmäßig selbst prüft, verliert gegenüber aktiveren Wettbewerbern an Boden.

Marktdaten (Stand Feb. 2025): Webgains 371 · AWIN 2.610 · Belboon 360 · Adcell 2.482 · Tradetracker 2.335 · Vertical Ads Group 400 Programme

Die wichtigsten Analyse-Fragen

  • Was sind meine Ziele – und erreiche ich sie noch?
  • Wie sichtbar ist mein Partnerprogramm für potenzielle Publisher?
  • Passen meine Programmbedingungen zu meinen Zielen?
  • Wie ist mein Provisionsmodell im Vergleich zum Markt?
  • Sind meine Werbemittel aktuell und werden sie genutzt?
  • Welche Partner bewerben mich – und wer fehlt noch?

Programme nach Segmenten (>100 Programme)

Haushalt & Garten 936 Programme
Mode & Kleidung 640 Programme
Gesundheit & Wellness 454 Programme
Urlaub & Reisen 452 Programme
Sport & Fitness 310 Programme
Nahrungsergänzung 272 Programme
Finanzen & Kredite 267 Programme
Computer & Software 227 Programme
Autos & Verkehr 212 Programme
Camping & Outdoor 151 Programme
Schritt 1

Wie sichtbar ist mein Programm?

Die Sichtbarkeit des Programms ist die Voraussetzung für passive Publisher-Akquise. Ein Programm das niemand findet wird auch niemand bewerben.

Sichtbarkeit prüfen – 3 Wege

  • Suche im Netzwerk als Publisher: Wie findet ein potenzieller Partner mein Programm, wenn er nach meiner Kategorie sucht?
  • Suche bei Partnersuchmaschinen: Taucht mein Programm in den bekannten Verzeichnissen auf?
  • Google/Bing-Suche: Shopname + „Partnerprogramm", Shopkategorie + „Partnerprogramm", „Top Seller" + „Partnerprogramm"

Wenn das Programm bei keinem dieser Wege auftaucht, haben potenzielle Partner schlicht keine Möglichkeit, es zu entdecken – egal wie gut Provisionen und Konditionen sind.

Schritt 2

Programmbeschreibung prüfen

Die Programmbeschreibung ist die Visitenkarte des Partnerprogramms – und wird von vielen Programmbetreibern vernachlässigt. Eine veraltete oder schlechte Beschreibung schreckt potenzielle Publisher ab, noch bevor sie sich bewerben.

Was zu prüfen ist

  • Ist die Beschreibung noch aktuell – stimmen Provisionen, Ansprechpartner, Produkte und Rabatte?
  • Ist die Beschreibung keyword-optimiert (Basis für die Netzwerk-Suche)?
  • Taucht der Titel und relevante Keywords in der Beschreibung auf?
  • Ist keine reine Grafik als Beschreibung eingefügt (nicht indexierbar)?
Praxishinweis: Es gibt noch über 30 Programme, die in ihrer AWIN-Beschreibung noch „Affilinet" oder „Zanox" erwähnen – beide Netzwerke existieren seit Jahren nicht mehr. Das ist kein gutes Zeichen für die Programmbetreuung.
Schritt 3

Programmbedingungen analysieren

Die Programmbedingungen regeln, was Partner dürfen und was nicht. Viele Programme haben entweder gar keine Bedingungen, oder verweisen auf die allgemeinen Shop-AGB – was rechtlich und praktisch nicht ausreicht.

Wichtig: Die allgemeinen Shop-AGB richten sich an Endkunden, nicht an Publisher. Sie ersetzen keine Programmbedingungen.

Was gehört in die Programmbedingungen?

  • Erlaubte Partnerseiten: Welche Seitentypen werden akzeptiert – und welche nicht?
  • Erlaubte Bewerbung – Wo: Google Ads, Media Buying, Native Ads – jeweils mit Zustimmungsvorbehalt
  • Erlaubte Bewerbung – Was: Markenrecht-Regeln, Gutschein-Konditionen, Aktionseinschränkungen
  • Ausschlüsse: Toolbars, Layer, iFrames, Cookie Dropping – konkret benennen

Prüffragen für bestehende Bedingungen

  • Was steht in meinen Programmbedingungen – sind die Regeln noch aktuell?
  • Habe ich Dinge ausgeschlossen, die ich tatsächlich nicht will?
  • Sind die Bedingungen verständlich und für Publisher klar formuliert?
Schritt 4

Provisionsmodell analysieren und optimieren

Das Provisionsmodell ist der wichtigste Hebel für die Attraktivität des Programms – und einer der am häufigsten vernachlässigten.

Analyse-Checkliste Provisionsmodell

  • Wie sieht das Modell aus – gibt es Differenzierungen nach Partnertyp oder Produkt?
  • Sind alle Partner in der richtigen Provisionsgruppe?
  • Ist das Modell für den Programmbetreiber noch tragbar?
  • Was macht die Konkurrenz – und wie vergleicht sich das eigene Modell?

Wie sollte ein gutes Provisionsmodell aussehen?

  • Differenzierung nach Partnermodell: Content-Partner bekommen andere Provisionen als Cashback oder SEA
  • Couponing: Den Gutscheinrabatt mit einrechnen – nicht pauschal kürzen, sondern bei Gutscheineinlösung separat vergüten
  • Ad-Netzwerke: Nicht mit der geringsten Provision abfrühstücken – sonst wandern andere Partner dorthin ab
  • Cashback: Geringer als normale Provision, dafür regelmäßig Aktionen mit höherer Provision
  • Spielraum einplanen: Mindestens 30–40% Reserve für Aktionen, Staffeln und Sonderkonditionen für Top-Partner
Schritt 5

Werbemittel und Produktdaten prüfen

Werbemittel-Check

  • Sind die Werbemittel noch aktuell – stimmen Preise, Aktionen, Optik?
  • Sind alle Werbemittel technisch erreichbar (keine 404-Fehler)?
  • Welche Formate werden benötigt – und welche fehlen?

Produktdaten-Check

  • Sind die Produktdaten noch auf dem neusten Stand (Preise, Verfügbarkeit)?
  • Sind alle Pflichtfelder gefüllt (EAN, Beschreibung, Bild, Preis, UVP)?
  • Gibt es zusätzliche Informationen, die noch übergeben werden können?
Grundregel: Lieber zu viele Informationen im Produktfeed als zu wenig. Was ein Partner nicht braucht, ignoriert er – aber was fehlt, kann er nicht nutzen.
Schritt 6

Partner analysieren – nach Zielen strukturieren

Partner sind nicht gleich Partner. Wer sein Programm optimieren will, muss zunächst die eigene Partnerstruktur verstehen und dann gezielt ausbauen.

Analyse der aktuellen Partnerstruktur

  • Wer sind meine Top-Partner – und warum?
  • Welche Partner sind im letzten Jahr gewachsen?
  • Welche Partnergruppen sind bereits aktiv?
  • In welchen Segmenten kann ich noch ausbauen?

Partner nach Zielen gruppieren

🆕 Neue User gewinnen

  • CSS-Partner (Shoparize, Redbrain, adstrong)
  • Preisvergleich (Idealo, Geizhals, Guenstiger)
  • Content-Seiten und Blogger
  • Deal-Seiten

🔄 Kundenbindung stärken

  • Cashback / Loyalty-Portale
  • Social Media / Content Creator
  • Retargeting-Partner (nach Kauf)

📣 Branding aufbauen

  • Display-Partner
  • Content-Seiten (thematisch)
  • B2B-Partnerschaften
  • Direkte Kooperationen
Schritt 7

Partner entlang der Customer Journey

Ein häufiger Fehler: Alle Partner bekommen die gleiche Provision, unabhängig davon wo sie in der Customer Journey wirken. Eine differenzierte Betrachtung macht das Programm strategisch stärker.

Warenkorb erhöhen

  • Couponing-Partner: Nie einfach nur ein Gutschein – immer mit Mindestbestellwert, Laufzeit und klarer Regel
  • Incentive-Partner: Engagement mit Bonusprogrammen
  • OnPage-Partner: Integration direkt auf der Seite des Shops

Conversion Rate erhöhen

  • Exit-Intent-Partner (z.B. Converify): Absprungende Besucher konvertieren
  • Bounce-Partner (z.B. Bounce Commerce, Rebounce.ai): Besucher die abspringen zurückgewinnen
  • Beratungspartner (z.B. HelpMeChose, Envolve): Kaufentscheidung unterstützen

B2B und direkte Kooperationen

  • Direkte Kooperationen mit anderen Merchants (z.B. über Sovendus)
  • Anbieter-übergreifende Partnerschaften für gegenseitige Kundenempfehlung
Kernbotschaft: Affiliate Marketing ist Kommunikation und Aktion – nicht ein einmal eingerichtetes System, das automatisch läuft.

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