Programmstart · 6-teilige Serie

Partnerprogramm starten – Die komplette Anleitung

Von den ersten Überlegungen bis zum ersten aktiven Publisher – alles was Programmbetreiber für den Start ihres Affiliate-Programms wissen müssen.

Diese sechsteilige Serie begleitet Sie durch alle Schritte des Programmstarts: von der Frage ob und wie ein Affiliate Programm sinnvoll ist, über das richtige Provisionsmodell und die passenden Werbemittel, bis zur Wahl des Affiliate Netzwerks, der optimalen Programmbeschreibung und dem technischen Herzstück: dem Affiliate Tracking.
Teil I

Teil I: Die richtigen Fragen vor dem Start

Das Partnerprogramm starten funktioniert nicht von jetzt auf gleich, sondern benötigt als Programmbetreiber eine gewisse Vorbereitung und einen kontinuierlichen Aufbau des Programms. Einfach ein Programm anmelden und die Umsätze kommen ist leider ein Traum, der sich nicht erfüllen wird. Welche Schritte notwendig sind um ein Partnerprogramm zu starten, stellen wir euch in einer kleinen Serie vor. Hier zunächst die Fragen die man sich vor dem Start eines Programms stellen sollte.

Ziele definieren

Der erste Schritt zu einem erfolgreichen Partnerprogramm ist das Festlegen realistischer Ziele für dieses. Somit die Antwort auf die Frage: Was möchte ich mit dem Partnerprogramm erreichen, möchte ich mehr Verkäufe, mehr Neukunden, die Kundenbindung steigern, den Warenkorb erhöhen oder alles auf Einmal? Alle Ziele lassen sich mit verschiedensten Partnern und der richtigen Strategie erreichen und das Branding wird dabei auch gestärkt. Nachdem die Ziele bestimmt sind sollte man den Markt analysieren:

Marktanalyse

Nach dieser sollte man folgende Fragen beantworten können:
  • Welche Konkurrenten bieten ein Partnerprogramm?
  • Welche Provisionen zahlen diese Ihren Partnern?
  • Gibt es Boni für erfolgreiche Partner oder eine Staffelprovision?
  • Wie lang ist die Cookie Laufzeit?
  • Mit welchen Plattform arbeitet meine Konkurrenz?
  • Was für Werbemittel bietet die Konkurrenz?
  • Welche Beschränkungen oder Regeln haben die Konkurrenten?
Nachdem man diese Fragen geklärt hat, sollte man seinen eigenen Shop betrachten.

Wert eines Kunden, Wert eines Verkaufs

Die erste Frage hier ist: Was darf mich ein Kunde kosten? Genau diese Frage sollte man als Erstes stellen und nicht was darf mich ein Sale kosten, denn ein Kunde kauft meist nicht meist nicht nur einmal in einem Shop ein und Ziel jeglicher Aktivität sollte es immer sein den Kunden zum Stammkunden zu machen. Denn wenn ich zum Beispiel weiß das ein Neukunde im Schnitt 5 mal einkauft , kann ich ganz anders kalkulieren als wenn der Kunde nur einmal kauft. Die zweite Frage ist dann was darf mich ein Sale kosten, bzw. differenzierter was darf mich ein Verkauf dieses oder jenes Artikels kosten? Die Antwort auf diese beiden Fragen und die Antworten auf die Fragen aus der Konkurrenzanalyse bilden die Basis um eine sinnvolles und attraktives Provisionsmodell zu entwickeln, welches Bestands- und Neukunden im Blick hat. Einfach das Modell der Konkurrenz kopieren ist kein Garant für ein erfolgreiches Partnerprogramm, denn vielleicht hat diese ja auch andere Ziele als man selbst.

Wo und Wie

Mit einem Partnerprogramm kann ich jeden Online Marketing Kanal nutzen und auf den verschiedensten Webseiten auftauchen, deswegen sollte man bevor man ein Programm aufsetzt auch folgende Fragen beantwortet haben:
  • Wo und wie möchte ich beworben werden?
Und noch wichtiger:
  • Wo und wie möchte ich nicht beworben werden?
Aus der Antwort auf diese Fragen und die Definiton meiner Ziele gibt dann die Antwort auf die wichtigeste Frage: Mit welchen Publishermodellen möchte ich zusammenarbeiten und welche Einschränkungen gibt es für meine Partner? Mir den Antworten auf alle Fragen habt Ihr den Grundstein für ein attraktives und erfolgreiches Partnerprogramm gelegt. Wie man die Antworten nutzt um ein Programm aufzubauen erfahrt ihr in den nächsten Beiträgen dieser kleinen Serie!
Teil II

Teil II: Das Provisionsmodell entwickeln

Das Wichtigste zuerst: Ein Provisionsmodell im Affiliate Marketing ist nie in Stein gemeißelt, sondern sollte regelmäßig geprüft werden.

1. Konkurrenzanalyse

Um ein attraktives Provisionsmodell zu entwickelt hilft im ersten Schritt ein Blick auf die Konkurrenz. Aber eine Kopie des Modells der Konkurrenz macht noch kein für den Programmbetreiber oder Publisher attraktives Provisionsmodell. Doch dieses gibt schon ein Ausblick und die Möglichkeit der Einschätzung des eigenen Modells.

2. Die eigene Marge oder was ist mir ein Kunde Wert

Auf welcher Basis sollte ich mein Provisionsmodell erstellen: Marge pro Sale oder Wert des Kunde? Die Basis sollte immer der Kunde sein, den ein Neukunde kauft meist mehrmals ein. Ein Neukunden ist damit mehr Wert als der Kauf eines Bestandskunden. Deshalb sollte man zwischen Neukunden und Bestandskunden auch im Provisionsmodell unterscheiden und wenn dieses nicht möglich ist eine Mischkalkulation machen. Mit dieser Zahl, dem Wert eines Neukunden bzw. der Mischkalkulation kann man die Provision pro Kauf bestimmen. Diese sollte aber nicht der Standardsatz entsprechen, sondern ist die Basis für das Modell.#

3. Kein "Eins für Alle Modell"

Ich habe eine Marge von 20% pro Verkauf und kann davon 10% für einen Sale ausgeben, also zahle ich 10% pro Sale.
Ein Aussage wie diese scheint nur auf den ersten Blick sinnvoll und einleuchtend zu sein. Ein pauschales Provisionsmodell in dem alle Partner auf alle Artikel, die gleiche Provision bekommen ist so gut wie nie attraktiv. Denn die 10% für den Partner sind leider nicht die einzigen Kosten. Dazu kommen meistens noch Netzwerkgebühren, in den meisten öffentlichen Netzwerken liegen diese bei ca. 30% der ausgezahlten Provision, womit man schon bei 13% wäre. Auch hat man dann keinen Spielraum für Aktionen, Boni oder Sonderkonditionen für Top-Partner.

4. Differenzierung nach Partnern

Deshalb sollte man nicht nur nach Kunden sondern auch nach Partnermodell differenzieren, zum Einen haben Partner verschiedene Ziele und damit Zielgruppen zum Anderen ist die Werbeleistung unterschiedlich. So wird man über Kundenbindungsmaßnahmen, wie Cashbackportale wohl eher Bestandskundenkäufe erreichen und Neukunden eher in einem Preisvergleich finden. Auch die Kosten von Incentives wie Gutscheinen sollte man mit einrechnen, aber ein Rabatt von 10% bedeutet nicht dass man bei 10% Standardprovision keine Provision mehr auszahlen kann, den dieser Rabatt senkt auch die Basis für die Provisionsberechnung. Auch sollte man nicht vergessen, das Gutscheine nicht nur von Gutscheinportalen beworben werden. Diese sind z.B. auch in einem Preisvergleich ein Wettbewerbsvorteil. Ein mögliche Lösung um dieses Abzubilden ist zum Beispiel, das man Sales mit Gutscheineinlösung anderes provisioniert. Dieses hat auch den Vorteil, dass man für Gutscheinpartner nicht zwingend die Provision generell absenken muss, denn auch Kunden, die von reinen Gutscheinportalen kommen, nutzen nicht immer einen Gutschein. Wenn man für sich den Wert der Partnermodelle und der Aktionen bestimmt hat kann man mit der Erstellung des Modells beginnen. Wie hier in unserem Beispiel:

Beispiel Provisionsmodell für ein Partnerprogramm

Nehmen wir den Shop mit 20% Marge pro Verkauf der denkt er kann 10% für einen Sale ausgeben. Der Warenkorb ohne Steuern liegt bei 100€, ein Neukunde kauft im Schnitt fünfmal ein. Ein Neukunde gibt also im Schnitt 500€ im Shop aus. Er kommt meist über die Marke oder meinen Newsletter wieder in den Shop und kostet mich nichts mehr. Das bedeutet um den pot. Kunden zu meinem Kunden zu machen, kann ich bei 10% der Kosten des Gesamtumsatzes ausgeben. Dieses sind im Beispiel 50€ bzw. 50% Provision beim ersten Sale. Natürlich wird nicht jeder Neukunde zum Bestandskunden, aber mit diesem Wert(500€) habe ich eine realistische Grundlage für das Provisionsmodell. Angenommen Zweidrittel der Neukunden werden Bestandskunden, dann kann ich diese als Variable um die Provision zu bestimmen nutzen. ZWeidrittel von 50% sind ca. 34% die mir der erste Kauf eines Neukunden wert ist. Abzüglich der Netzwerkprovision von 30% komme ich damit auf maximal 26%, die ich einem Partner für einen Neukundenverkauf auszahlen kann. Wie schon gesagt benötigt man um das Programm attraktiv zu gestalten immer einen Spielraum für Incentives, Staffeln, Sonderaktionen. Dafür sollte man 30% bis 40% einplanen. Damit kann man zum Beispiel 3-4 Staffelstufen realisieren, bei der der Partner jeweils 10% der Maximalprovision mehr Provision bekommt. Die Neukundenprovision beträgt dann in der niedrigsten Stufe 60% der maximal Provision in unserem Beispiel wären das ca. 15 % und ab einem Schwellwert erhalten die Partner einen Bonus. Für einen Bestandskunden verfährt man ähnlich orientiert sich aber am einzelnen Sale, aber auch hier sollte man eine Staffel einrechnen. Die geringste Provision läge im Beispiel dann bei 5% pro Sale. Damit hätte man ein Standardmodell erstellt, was beispielsweise so aufgebaut ist:

Standard Neukunde:

    • ab 1. Neukunden Sale: 15%
    • ab 10 Neukunden Sales: 20%
    • ab 30 Neukunden Sales: 25%

Standard Bestandskunde

    • ab 1. Bestandskunden Sale: 5%
    • ab 10 Bestandskunden Sales: 6%
    • ab 30 Bestandskunden Sales: 7%
Danach sollte man diese Modell noch etwas nach Partnerarten modifizieren, als die Provisionen oder die Staffel an das jeweilige der Partnermodell anpassen.

Weitere Hinweise

Wenn man denkt man kommt mit dem Modell nicht gegen die Konkurrenz an, da man zum Beispiel leicht unter dieser liegt. Hat man noch ein paar Stellschrauben auch außerhalb des Provisionsmodells, die man nutzen kann:
  • Die Cookielaufzeit
  • Boni für den ersten Verkauf
  • besondere oder exklusive Werbemittel
  • eine gute Betreuung
Wenn Sie Unterstützung beim Erstellen eines Provisionsmodells oder der Betreuung Ihrer Partner benötigten, fragen Sie einfach wir helfen Ihnen gern!
Teil III

Teil III: Werbemittel für Ihr Programm

Nach den Infos zu den Fragen und dem Provisionsmodell kommen wir im dritten Teil unserer kleinen Serie zum Start eines Affiliate Programms zum Thema Werbemittel. Publisher benötigen diese für ihr Tracking.. Welche Werbemittel benötige ich um mit meinem Partnerprogramm erfolgreich zu sein? Da man mit einem Partnerprogramm jeglichen Kanal des Onlinemarketings nutzen könnt, benötigt man natürlich auch kanalspezifische Werbemittel. So benötigen beispielsweise Preisvergleiche, andere Werbemittel als Displaypartner oder auch Contentpartner. In diesem Artikel stellen wir euch die Werbemittel, die man auf jeden Fall anbieten sollte und welche Werbemittel man noch zusätzlich anbieten kann, vor. Zu den Standards gehören:
  • Textlinks
  • Displaybanner
  • Logos
  • Produktdaten
Weitere Arten der Werbemittel können zum Beispiel sein:
  • Newslettertemplates
  • Deeplinkgenerator
  • WhiteLabel Formulare und Shops
  • Formularbanner
  • Suchboxen
  • Dynamische Banner
Hier noch ein paar Hinweise zu den Werbemitteln.

Textlinks

Textlinks gehören zu den wichtigsten Werbemitteln für ein Partnerprogramm, mit diesen können Partner aus dem Text oder per Text direkt auf den Shop verlinken. Neben einem Link auf die Startseite,sollte man noch weitere Textlinks anbieten. Mit diesen kann der Affiliate ganz einfach auf verschiedenste Bereiche der Webseite verlinken. Zusätzlich Linkziele können zum Beispiel sein:
  • Angebotsbereich
  • Kategorien
  • Neuheiten
  • Aktionen
Um Partnern die Möglichkeit zu geben jegliche Seite zu verlinken, kann man oder besser sollte man auch einen Deeplinkgenerator anbieten. Mit diesem können eure Partner jegliche Seite verlinken.

Displaybanner

Displaybanner sind der klassische Banner für den Desktop und die Mobile. Diese sind unter anderen für Display Kampagnen und Retargetingkampagen notwendig, aber auch Blogs, Contenseiten und Foren nutzen diese. Die Conversionrate pro Einblendung der Banner ist abhängig vom Design und auch abhängig von der Messmethode (postClick/PostView) bzw. der Art der Kampagne. Denn Banner werden nicht so häufig geklickt wie Textlinks. Doch um die Möglichkeit zu haben, Displaykampagnen auf CPO Basis zu starten sind Sie notwendig und sie bringen auch einen größeren Brandingeffekt als Textlinks. Folgende Formate sollte man seinen Partnern mindestens anbieten: Desktopformate: 300x250px Medium Rectangle, 120x600px Skyscraper, 160x600px Wide Skyscraper, 468x60px Fullsize, 234x60px Halfsize, 125x125px Squarebutton, 250x250px Squarebanner, 88x31px Microbutton, 928x90px Leaderboard, 120x40px Button Mobileformate: 120x20px , 168x28px , 216x36px , 300x50px, 320x50px , 320x100px Bei der Gestaltung sollte folgendes beachtet werden: Die Farben, Schriften und Gestaltung sollten an das Corporate Design angepasst sein und der Inhalt sollte auf das Produktportofolio hinweisen. Weitere Inhalte der Banner sollten sein:
  • Logo und Firmenname
  • Slogan, Alleinstellungsmerkmal
  • “Call-to-Action”-Button (z.B.: Jetzt zum Shop/Jetzt informieren)
Hier ein paar Beispiele:
Weinober Partnerprogramm Perfumetrader Werbemittel Hifi Schluderbacher
Vineshop24 Werbemittel Partnerprogramm exklusive Werbemittel Partnerprogramm
Wenn man regelmäßig wechselnde Sonderaktionen hat, sollte man ein zweites Bannerset mit Informationen zu den Aktionen anbieten. Diese sollten dann zu den jeweiligen Aktionen automatisch aktualisiert werden.

Logos

Neben den Banner ist ein weiteres wichtiges grafisches Werbemittel, den dieses werden von verschiedensten Partnern benötigt. Dazu gehören Cashbackpartner, Gutscheinseiten, Preisvergleiche und auch Contennseiten, die über deinen Shop berichten. Auch hier sollten verschiedenste Formate angeboten werden und am Besten man hat eine Vektorgrafik mit dem Logo, welche man Partnern zusenden kann. Der Vorteil mit dieser kann der Partner ein Logo, in der benötigten Größe erstellen ohne das die Qualität des Logos leidet.

Produktdaten

Produktdaten sind wichtig um zum Beispiel in Preisvergleichen gelistet zu werden, aber nicht nur Preisvergleiche nutzen Produktdaten sondern auch Contentseite und Angebotseiten. Welche Informationen sollten man Partnern dabei mindestens zur Verfügung stellen:
  • Artikelname
  • Beschreibung
  • Artikelpreis
  • UVP/alter Preis
  • Link zu Artikel
  • Artikelbild
  • EAN/GTIN
  • Kategorie
  • Hersteller/Marke wenn verfügbar
  • Versandkosten
  • Lieferzeit
Neben diesen MustHaves sollte man Branchen abhängig immer noch weitere Informationen mit einbinden, dazu gehören auf jeden Fall gesetzlich vorgeschriebene Informationen wie der Preis/pro Einheit aber auch die Kleidungsgröße oder Farbe zum Beispiel bei Modeanbietern. Am besten soviel Informationen, wie möglich bereitstellen, den auch wenn nicht jeder Partner alles benötigt kann einem anderen Partner die Information helfen.
Wenn Sie Unterstützung beim Aufbau Ihres Partnerprogramms oder der Betreuung Ihrer Partner benötigten, fragen Sie einfach wir helfen Ihnen gern!
Teil IV

Teil IV: Das richtige Affiliate Netzwerk wählen

Wie wähle ich das richtige Affiliate Netzwerk für mein Partnerprogramm, nutze ich ein öffentliches Netzwerk (z.B. AWIN, Webgains, ADCELL, Belboon), ein privates oder beides? Um das passende Netzwerk zu wählen sollte man sich die technischen Möglichkeiten der Netzwerke, gelistete Programme und auch die Ausbau- bzw. Erweiterungsmöglichkeiten berücksichtigen.

Technische Möglichkeiten oder was sollte ein Netzwerk können.

Die wichtigste Funktion die ein Netzwerk bietet ist natürlich das Tracking und hier sollte das Netzwerk auf dem neusten Stand sein und auch dauerhaft weiterentwickeln. Doch welche Trackingvarianten sollte ein Netzwerk können. Auf jeden Fall ein First Party Cookie Tracking, da Third-Party Tracking von den meisten Browseranbieter geblockt wird. Neben dieser Standardtechnologie sollte es folgende Möglichkeiten geben, ein Server to Server Tracking, Sessiontracking, Finger-Print Tracking, Cross Device Tracking. Neben diesen technischen Aspekten gibt es auch einen funktionale Aspekte, gibt es ein echtes Baskettracking, gibt es ein Channeltracking, welche zusätzlichen Trackingvarianten bietet das Netzwerk. So ist unter anderem ein Voucher-Tracking sinnvoll, mit diesem kann man zum Beispiel Offline und Social Media Kampagnen mit einem Gutschein tracken und auch sicherstellen, dass nur der Partner der einen Gutscheinfreigabe hat, die Provisionen für die Einlösung erhalten. Ebenso sollte ein Netzwerk zwischen verschieden Cookies bzw. Werbemaßnahmen unterscheiden können. Sodass man zum Beispiel View Kampagnen aufsetzen kann ohne Click Kampagnen zu überschreiben. Doch ist dieses auch nicht nur eine Thema für View Kampagnen. Neben dem reinen Trackingtechnologien sollte auch gewissen Sicherheitsstandards eingehalten werden, so sollte mindestens ein Domaincheck bei Aufruf des Trackingcodes erfolgen, ansonsten können Betrüger ganz einfach nicht valide Sales im Netzwerk erzeugen. Neben dem Tracking gibt es weitere Funktionen, die Netzwerke anbieten und die für die Entscheidung für ein Netzwerk relevant sein sollten. Dazu gehören der Support, die Anzahl der aktiven Affiliates, die Möglichkeit der Akquise der Partner innerhalb des Netzwerkes, die Kommunikationsmöglichkeiten mit Partnern direkt oder nur via Netzwerk und nicht zu vergessen, welche Auswertungs- und Statistikmöglichkeiten habe ich.

Die Kosten

Nicht zu vergessen ist auch der monetäre Aspekt, welche Kosten entstehen bei Start, was sind die laufenden Kosten. Zu diesen Kosten gehören die Setupgebühr, eine monatliche Fee, sowie die Netzwerkprovision. Diese Kosten können stark schwanken und sind auch verhandelbar. Auch gibt es Netzwerke die weder Setupfee noch eine monatliche Fee verlangen und Private Netzwerke berechnen die monatlichen Kosten zum Beispiel anhand des Traffics und nicht anhand der Partnerprovisionen. Das perfekte Netzwerk, welches alle Anforderungen erfüllt gibt es nicht, die Entscheidung für ein Netzwerk oder eine Kombination von Netzwerken ist immer ein Kompromiss. Wie wähle ich nun mein Netzwerk und wie entscheide ich ob ich mit einem privaten und öffentlichen Netzwerk oder beiden Zusammenarbeite?
  • Wo ist meine Konkurrenz?
    • Eine der wichtigsten Fragen, den in dem Netzwerk in dem meine Konkurrenten sind sind auch deren Partner.
  • Welchen personellen Aufwand kann ich im Partnersupport und in der Akquise leisten?
    • Brauche ich dafür Unterstützung von einer Affiliate Agentur oder einem Netzwerk?
    • Kann ich alle Partner akquirieren oder möchte ich eine Basis haben?
  • Kann ich das Payment selber gewährleisten?
  • Wie möchte ich mein Programm vergüten, unterscheide ich zwischen Warengruppen, Kundenarten, Partnerarten oder vergüte ich pauschal?
  • Wie kann ich mit dem Netzwerk kommunizieren?
    • Via Mail, per Telefon, per Ticketsystem?
  • Habe ich einen AP, eine Gruppe von AP’s als Supportteam oder ist es ein anonymer Support?
  • Wie kann und will ich mit meinen Partner kommunizieren?
    • Direkt per Mail, Newsletter, Telefon, Skype
    • Bekomme ich die Kontaktdaten meiner Partner?
    • Kann ich im Netzwerk meine Kontaktdaten teilen?
    • Sollen Partner mit mir direkt kommunizieren können oder nur über das Netzwerk?
  • Welche Promotionmöglichkeiten habe ich?
    • Newsletter
    • Aktionsfeeds
    • Werbung im Netzwerk
Mit den Antworten auf diese Fragen kann man dann eines der Netzwerke wählen. Welche Netzwerke es aktuell gibt und was dieses anbieten folgt in einem der nächsten Beiträge!
Teil V

Teil V: Die Programmbeschreibung

Die Programmbeschreibung im Affiliate Marketing ist die Visitenkarte des Partnerprogramms und sollte dementsprechend auch vom Affiliate Manager gepflegt, damit Publisher alle nötigen Infos finden werden. Eine veraltete oder schlechte Programmbeschreibung kann pot. Partner abschrecken, zum Beispiel wenn in dieser noch veraltet Provisionen kommuniziert werden, oder verhindert sogar das Partner Ihr Programm finden. Was sollte eine Programmbeschreibung enthalten:
  • Einen Text, welcher den Shop beschreibt und auch die Produkte die der Merchant anbietet. In diesen können und sollten sich auch Markennamen und relevante Keywords befinden. Warum? Nicht jeder pot. Partner  kennt deinen Shop, aber er kennt die Produkte und Marken die er bewerben will und in Netzwerken und Verzeichnissen sucht er auch nach diesen.
  • Neben diesen Text mit allgemeinen Informationen sollte in der Programmbeschreibungen auch die Alleinstellungsmerkmale, des Shops und des Partnerprogramms dargestellt werden. Dazu gehören auch Informationen die den Endkunden betreffen.

Infos für die Partner

  • Provision
  • Cookielaufzeit/Trackingzeitraum
  • Angebotene Werbemittel
  • Erlaubte Werbemethoden
  • Zeit bis zur Freigabe
  • Warenkorb
  • Aktuelle Sonderaktionen
  • Kontaktmöglichkeiten

Infos für den Endkunden

  • Angebotene Produkte
  • Bezahlarten
  • Lieferzeit
  • Versandkosten
  • Versandkostengrenze
Partnerprogramm Hifi Schluderbacher Neben der Beschreibung ist es auch wichtig für das Partnerprogramm gewisse Regeln festzulegen um sicherzustellen, das Partner nur das bewerben was sie dürfen und auch um sicherzustellen, wenn ein Sale valide ist, was Partner dürfen und was zum Auschluss des Programmes und zum Verlust der Provisionen führen kann.
Teil VI

Teil VI: Affiliate Tracking – Das technische Herzstück Ihres Partnerprogramms

Ohne ein funktionierendes Tracking gibt es kein Affiliate Marketing. Es ist das Fundament, auf dem das Vertrauen Ihrer Publisher aufbaut. Nur wenn Klicks und Sales präzise zugeordnet werden, können Sie fair vergüten und Ihre Kampagnen profitabel steuern.

Die technische Landschaft ist allerdings komplexer geworden: Ad-Blocker, Datenschutzvorgaben und das Ende der Third-Party-Cookies erfordern ein modernes, professionelles Setup. Doch wer die Grundlagen versteht, setzt sein Partnerprogramm auf eine stabile Grundlage.

Die modernen Tracking-Varianten: Von veraltet bis zukunftssicher

Die Art und Weise, wie Sales gemessen werden, hat sich in den letzten Jahren drastisch gewandelt. Ein zukunftssicheres Setup ist für Händler heute Pflicht.

Server-to-Server Tracking (S2S) – Der heutige Standard

Server-to-Server Tracking ist heute das Fundament jedes modernen Affiliate-Programms. Auch Postback-Tracking genannt: Hier kommuniziert Ihr Shop-Server direkt mit dem Server des Affiliate-Netzwerks – völlig unabhängig vom Browser des Nutzers.

So funktioniert S2S Tracking:

  1. Der Kunde klickt auf einen Affiliate-Link
  2. Das Affiliate Netzwerk speichert diese Information auf seinen Servern
  3. Der Kunde kauft im Shop ein
  4. Der Shop sendet die Bestellinformationen direkt an die Server des Affiliate-Netzwerks
  5. Das Netzwerk matcht die gespeicherte Click-Information mit der Bestellung

Da dies unabhängig vom Browser des Nutzers geschieht, ist S2S extrem robust gegenüber Ad-Blockern und den Anti-Tracking-Maßnahmen von Safari (ITP) oder Firefox (ETP). Chrome blockt Third-Party Cookies immer mehr. Mit S2S Tracking sind Sie von diesen Blockierungen nicht betroffen. S2S Tracking ist außerdem zuverlässiger gegenüber Browser-Restriktionen, sicherer gegen Tracking-Blocker und deutlich aussagekräftiger für die Datenqualität.

Für ein modernes Partnerprogramm ist S2S unverzichtbar.

Third-Party-Cookie-Tracking – Ein Auslaufmodell

Früher der absolute Standard, heute obsolet. Drittanbieter-Cookies werden durch Datenschutz und Browser-Restriktionen konsequent blockiert. Verlässt man sich nur auf Drittanbieter-Cookies, verliert man heute einen massiven Teil der legitimen Sales. Wenn ein Affiliate Netzwerk noch hauptsächlich auf Third-Party Cookies setzt, sollten Sie vorsichtig sein und zu einem modernen Netzwerk wechseln.

Fingerprint-Tracking – Der intelligente Fallback

Fingerprinting funktioniert nach einem anderen Prinzip: Anstatt Cookies zu setzen, wird eine Kombination aus Browser-Daten erstellt, die den Nutzer wiedererkennt. Dazu gehören Browser-Typ, Betriebssystem, Auflösung, Zeitzone, Spracheinstellungen und IP-Adresse.

Fingerprinting ist sinnvoll für Nutzer, die Cookies ablehnen, als Fallback wenn Cookies gelöscht werden sowie für Cross-Device Tracking. Heute dient es meist als intelligente Ergänzung zum S2S-Tracking – aber in Kombination eine wichtige Absicherung.

First-Party Cookies – Unterstützende Rolle

Ein First-Party Cookie wird direkt von Ihrer Shop-Domain gesetzt und vom Browser weiterhin erlaubt, da es den Nutzer nicht zwischen Websites trackt. Es hilft, Click-Informationen zwischen Klick und Kauf zu bewahren, dient als Fallback wenn S2S-Verbindungen kurzzeitig fehlschlagen, unterstützt spezielles Gutschein-Tracking und bildet die Basis für die Trackingweiche.


Gutschein-Tracking – Sales Partnern über Codes zuweisen

Gutschein-Tracking ermöglicht es, Sales über individuelle Rabattcodes Partnern zuzuweisen – völlig unabhängig von Klicks. Der Partner erhält einen eindeutigen Code (z. B. „MUSTER10" oder „INFLUENCER20"). Nutzt der Kunde diesen Code im Checkout, wird der Sale automatisch diesem Partner zugeordnet.

Das ist besonders wertvoll wenn ein Partner keinen direkten Link möchte (z.B. Social Media, Podcast, Newsletter), wenn der Browser den Affiliate-Cookie blockt oder wenn Sie einzelne Kampagnen isoliert tracken möchten. Sie können Provisionen auch direkt an die Einlösung bestimmter Codes binden – etwa ein niedrigerer Provisionsanteil für Sales mit Gutschein, oder differenzierte Rates je nach Code.


Was Sie tracken sollten – und wie

Must-Have: Sales, Produkte und Neukundenschaft

Tracken Sie immer: Sales und den Netto-Bestellwert (dazu unten mehr), welche Produkte und Kategorien gekauft wurden – das hilft Ihnen zu sehen, welche Partner-Typen welche Produkte gut verkaufen und unterschiedliche Provisionsraten pro Kategorie zu fahren. Und unterscheiden Sie beim Tracking zwischen Neukunde (Erstkauf) und Bestandskunde – das ist essentiell, weil Neukunden in der Regel mehr Wert haben (siehe Teil II zum Provisionsmodell).

Brutto oder Netto – Das ist sehr wichtig

Provisionen werden IMMER auf den Netto-Warenwert berechnet – OHNE Steuern und OHNE Versandkosten.

Konkretes Beispiel: Kundenwarenkorb mit Steuern 119,00 € – Netto-Warenwert 100,00 € – Versandkosten 5,95 €. Bei 10 % Provision tracken Sie 10,00 € (10 % von 100 €), nicht 11,90 € oder 12,49 €.

Warum? Steuern sind kein echtes Einkommen – sie werden an das Finanzamt abgeführt. Versandkosten sind Ihre Kosten, die an Logistik-Partner gehen. Und es ist der Marktstandard: alle großen Affiliate Netzwerke arbeiten nach diesem Modell. Die meisten modernen Netzwerke haben eine Option für „Netto-Tracking" oder „Exclusion of VAT and Shipping" – stellen Sie sicher, dass diese aktiviert ist.


Affiliate Tracking vs. Analytics – Das sind nicht dieselben Daten

Google Analytics trackt alle Besucher und alle Aktionen auf Ihrer Website unabhängig von der Quelle und zeigt Gesamtzahlen. Affiliate Network Tracking trackt NUR Besucher, die über einen Affiliate-Partner kommen und interessiert sich für die genaue Quelle (welcher Partner, welcher Link).

Dass die Zahlen unterschiedlich sind, ist völlig normal. Ein typisches Szenario: Google Analytics sagt 500 Sales gesamt, Affiliate Netzwerk sagt 120 Sales über Partner. Das bedeutet: 380 Sales kamen aus anderen Kanälen – das ist gesund und zeigt eine gute Kanalstruktur.

Tatsächlich meldet das Affiliate-Netzwerk häufig MEHR Sales als Google Analytics. Beispiel: Ein Nutzer kommt über einen Preisvergleich-Partner (Affiliate-Cookie wird gesetzt), verlässt den Shop und kommt später über eine Social-Media-Anzeige zurück und kauft. Google Analytics rechnet das der Social-Media-Anzeige zu (Last-Click). Das Affiliate-Netzwerk erkennt den älteren Affiliate-Cookie und schreibt den Sale dem Preisvergleich-Partner gut. Nutzen Sie für die Affiliate-Provisionsabrechnung immer die Zahlen des Affiliate-Netzwerks – das ist die vertraglich vereinbarte Wahrheit.


Mastertags der Netzwerke

Viele Affiliate-Netzwerke bieten ein Mastertag an – ein einzelnes Code-Snippet, das Sie einmalig auf Ihrer Shop-Erfolgs-Seite installieren. Es funktioniert ähnlich wie ein Tag Manager: Sie installieren den einen Code, und das Netzwerk kann zentral steuern, welche Partner-Codes wann und wie auf Ihrer Seite ausgelöst werden. Neue Partner gehen schneller live, Sie müssen nicht bei jedem neuen Partner den Quellcode anpassen, und das Netzwerk kann Partner aktivieren oder deaktivieren ohne Ihre Entwickler. Das spart Zeit und reduziert Fehlerquellen – besonders wenn Sie viele Partner haben.


Häufige Tracking-Fehler

  • Falscher Warenwert: Der Shop sendet brutto statt netto, oder mit Versandkosten. Klären Sie mit dem Netzwerk, wo der Fehler liegt, und korrigieren Sie den Code.
  • Nicht alle Produkttypen werden getrackt: Digitale Produkte oder Dienstleistungen fallen raus. Prüfen Sie mit Ihrem Developer, dass der Code auf ALLEN Erfolgs-Seiten lädt.
  • Ad-Blocker blocken das Netzwerk-Tag: Das ist schwer zu verhindern – S2S Tracking hilft dabei erheblich.
  • Cookies werden gelöscht: Der Kunde löscht zwischen Klick und Kauf die Browser-Cookies. Fingerprint-Fallback oder S2S sind die Lösung.

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